Gesten - Spiegel innerer Haltungen
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Der 8. August ist der Gedenktag an den heiligen Dominikus (1170 – 1221). Die von ihm gegründeten Dominikaner – mit ihrer schwarz-weißen Kutte – gelten als der intellektuelle Orden des Mittelalters. Mit der Einführung des Rosenkranz-Betens haben sie aber auch die Gebetspraxis des breiten Volkes geprägt.
Dabei werden das „Vater Unser“ und das „Gegrüßet seist du Maria“, entlang der Gebetsperlen, wiederholt und verschiedenen Meditationsbildern („Geheimnissen“) zugeordnet. Über Jahrhunderte betete man den Rosenkranz vor allem gemeinsam, besonders in Zeiten militärischer Bedrohung durch die Türken.
Weniger bekannt sind die Vorschläge des Dominikus, das Beten mit körperlichen Gesten zu begleiten. An ihnen wird deutlich, dass man die Übereinstimmung von Körperhaltung und innerer Haltung auch im Christentum kannte, wenngleich dies nicht so populär wurde wie das Rosenkranz-Gebet. Von den neun Körperhaltungen des Dominikus sei hier nur eine herausgegriffen. Sie ist besonders einfach: das Hinhalten der Hand.
Die Arenberger Dominikanerinnen erläutern sie so[1]:
Dominikus betet nicht nur mit dem ganzen Leib, sondern oft auch nur mit den Händen. Seine Hände sind Spiegel seiner Seele, Werkzeug seines Geistes und Freundinnen seines Wortes. Er öffnet seine Hände, verzichtet auf sein Tun und übergibt sich ganz dem Absoluten.
Er lebt das Leben als Gabe, deshalb kann er sich weggeben und sich nehmen lassen, er kann seine gefalteten Hände in die Hände Gottes legen und dadurch seine Abhängigkeit von ihm bekunden. Er faltet die Hände und dankt.
Gott kann durch seine Hände wirken, Schwache stützen, Brot teilen, heilen und segnen.
In dieser Tradition liegt für uns heute eine Nähe zu den Yoga-Asanas, die ja auch Ausdruck von inneren Haltungen sind. Der indische Jesuitenpater Sebastian Painadath hat zu den Morgen-Übungen, welche das „Sonnengebet“ bilden, Gebetsworte formuliert. Hier eine gekürzte Form, wobei die Körperhaltungen jeweils in Klammern gesetzt sind:
Mit dem göttlichen Grund verwurzelt gestalte ich diesen neuen Tag
(Stehen, den Kontakt zum Boden spüren)
Ich bin dankbar, dass ich da bin, dankbar für den Tag, der vor mir liegt
(Handflächen aneinanderlegen und spüren)
Ich bin wie eine Schale, bereit zu empfangen und zu geben
(Hände zu einer Schale ineinanderlegen)
Der Tag ist ein Auftrag und eine Gnade, voll Freude begrüße ich die Sonne des neuen Tages (Arme weit ausbreiten)
Unter der göttlichen Sonne wächst und blüht mein Leben
(Hände bilden über dem Kopf eine Blüte)
Befreit von Angst und bereit zum Dienen bin ich ganz da (Verneigung)



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