top of page

Pfingst-Wünsche

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

P. Georg Kappeler SJ, der zu Ostern dieses Jahres verstarb, hat uns folgende Pfingstwünsche anvertraut:

 Wer das könnte

Die Welt

Hochwerfen

Dass der Wind

Hindurchfährt

 

Dieses kurze Gedicht stammt von der deutschen Dichterin jüdischen Glaubens Hilde Domin.

 

Wer das könnte – die Welt hochwerfen, dass der Wind hindurchfährt.

Und sagen wir auch: Wer das könnte – die Kirche hochwerfen, dass der Wind hindurchfährt.

Und sagen wir auch: Wer das könnte – uns selber hochwerfen, dass der Wind hindurchfährt.

 

Wo es in uns selbst und in unserem Zusammenleben nicht stimmig ist, ist das Beste in uns gelähmt. Eine der kostbarsten Gaben menschlichen Lebens und Zusammenlebens ist das Vertrauen.

 

Wir feiern Pfingsten, und wir können heute genauso spüren, wie Kraft in uns wächst, wenn wir uns vertrauen. Wenn wir uns trauen, einander in die Augen zu schauen, unsere Lasten teilen und auch die Freuden, Hand in Hand gehen – Erfahrung des Heiligen Geistes Heute?

 

Tausendfach und jeden Tag möglich:

Wo einer, der sich aus Angst nicht aus dem Haus wagt, die Tür öffnet –

Ein „Kleiner“ einem „Großen“ ins Angesicht widersteht –

Ein aus Angst Verstummter zu sprechen beginnt –

Ein Trauernder sich die Kruste von der Seele weint –

Einer, der befehlen könnte, merken lässt, dass der Mensch nicht dem Menschen ausgeliefert ist –

Wo Mächtige Schritte der Versöhnung wagen –

Wo einer dem anderen sagt: Auch ich bin dir etwas schuldig geblieben.

 

Wir bitten also: Komm Heiliger Geist, sei uns nahe,

Dass wir begreifen, dass man den Glauben nicht haben oder verlieren kann wie etwas, was mit dem Leben nichts zu tun hat;

Dass wir, wenn Angst und Dunkelheit über uns kommen, nicht vergessen, dass Hoffnung ist;

Dass uns die Liebe nicht zur Gewohnheit verkommt.

 

Wir bitten also: komm Heiliger Geist, gib uns Mut,

Wenn wir uns heraushalten wollen aus den Händeln der Welt;

Wenn wir uns selbstzufrieden mit dem Eigenen begnügen;

Wenn wir langsam aber sicher vergessen, was Menschsein heißt.

 

Wir bitten also: komm Heiliger Geist,

Wenn wir, zersplittert in Gruppen und Klüngeln, hinter verschlossenen Türen sitzen, unsere Vorurteile pflegen, uns um die draußen nicht kümmern;

Wenn wir das Hören aufeinander und die Geduld miteinander verlernt haben;

Wenn wir den ersten Schritt nicht tun wollen.

 

Wir bitten also: komm Heiliger Geist;

Denn ohne Dich erstarrt das Leben in den alten Bahnen;

Wo Du bist, werden wir neu und mit uns diese Welt.

Lass Deinen Wind hindurchfahren,

der Wahrhaftigkeit und Verbundenheit gedeihen lässt.

 

Kommentare


Perlen spiritueller Weisheit

©2022 von Perlen spiritueller Weisheit. Erstellt mit Wix.com

bottom of page